Dämmen mit System - was ist zu beachten?

Ob Einfamilien-, Doppel- oder Reihenhaus: Wo es sinnvoll ist, die Fassade zu dämmen, bieten Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) effektiven, sicheren und dauerhaften Wärmeschutz für die Fassade. Die hochentwickelten Dämm-Systeme haben sich über mehrere Jahrzehnte bewährt und stellen in vielen Fällen die optimale Lösung für die Außendämmung dar.

So funktionieren Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS):

“Kachelofen-Effekt”: Mit einer Außendämmung wird das Mauerwerk zum zusätzlichen Wärmespeicher.
Funktion der Wärmedämmung: Der 'Kachelofeneffekt'

Das an der Außenseite des Gebäudes angebrachte WDVS hält die Wärme im Haus. So kann die Heizwärme in die Wand eindringen, geht aber nicht nach außen verloren. Sie profitieren dank der Fassadendämmung vom “Kachelofen-Effekt”: Die Wand gibt ihre Wärme an die Räume zurück, statt sie nach draußen entweichen zu lassen. Ohne kalte Wände bleibt das Raumklima ausgeglichen und damit behaglich und die Heizung muss keine Überstunden schieben, die zu hohen Heizkosten führen.

Warum Dämmen mit System?

Nur wenn die verschiedenen Komponenten eines Systems sauber im Verbund eingesetzt werden, kann das Dämm-System effizient und sicher arbeiten. Auch wenn das Prinzip das gleiche geblieben ist, wurden WDVS seit ihrer Einführung in den 60er-Jahren beständig weiterentwickelt und optimiert. Dämmplatten, Kleber, Dübel, Schienen, Armierungsgewebe sowie Ober- und Unterputz sind perfekt aufeinander abgestimmt. Darüber hinaus gehören WDVS in Deutschland zu den am gründlichsten geprüften Bausystemen.

Prüf- und Zulassungsverfahren für höchste Sicherheit

Um in Deutschland als Baustoff bzw. Bausystem zugelassen zu werden, müssen Wärmedämm-Verbundsysteme eine Reihe aufwendiger Prüfungen durchlaufen, die sowohl die einzelnen Komponenten des Systems als auch das komplette WDVS auf Herz und Nieren prüfen. So werden z. B. Putzschichten mit Metallkugeln beschossen, um ihre Stoßfestigkeit sicherzustellen und fertige Systemaufbauten realistischen Witterungstests und Brandversuchen unterzogen. Dabei stehen neben der Funktionstüchtigkeit v. a. Sicherheit und Langlebigkeit im Fokus. Auch Objekte aus der Praxis zeigen: Einige in den 70er-Jahren angebrachten Fassadendämmungen verrichten noch heute zuverlässig ihren Dienst. Diese erfüllen jedoch die heutigen Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz nur noch unzureichend. Um einer dem heutigen Stand entsprechenden Einsparung an Heizenergie zu entsprechen, müssen diese Systeme nicht gleich ausgewechselt werden. Vielmehr empfiehlt sich in vielen Fällen das sogenannte “Aufdoppeln”, bei dem einfach ein neues WDVS auf das alte aufgebracht wird.

WDVS bieten vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten

Haus mit Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS)

Ganz entgegen dem häufigen Vorurteil, die Fassadendämmung würde zu Einheitsarchitektur führen, bieten gerade moderne WDVS zahlreiche Möglichkeiten bei der Oberflächengestaltung. Ob klassisch oder modern, von Klinkerriemchen über Metall und Holz bis zu Glas und Stein, mit der richtigen Planung steht eine gedämmte Fassade einer ungedämmten in ihren Möglichkeiten zur Gestaltung in nichts nach.

Installation

Im Gegensatz zu kleineren Dämm-Maßnahmen z. B. bei der obersten Geschossdecke, die man mit etwas handwerklichem Geschick und Vorwissen durchaus selbst ausführen kann, sollten Sie es unbedingt professionellen Fachhandwerkern überlassen, die Fassade zu dämmen, um sowohl Funktion als auch Sicherheit und Dauerhaftigkeit zu gewährleisten, wenn Sie Ihr Haus sanieren. Die Fassade ist starken Temperaturschwankungen und Witterungsverhältnissen ausgesetzt und muss fachgerecht gedämmt werden.