Lüftungssysteme: Abluft gezielt ableiten

Foto Lüftungsanlage an der Wand

Frischluft soll in jeden Raum gelangen, verbrauchte und feuchte Abluft muss nach draußen transportiert werden: Mit intelligenten Wohnungslüftungssystemen ist der Luftaustausch deutlich besser steuerbar und effizienter als durch die klassische Fensterlüftung.

Eine gesundes Wohnklima erfordert nicht nur angenehme Temperaturen, sondern auch die richtige Luftfeuchte. Durch Atmen, Kochen, Duschen oder Waschen entstehen in einem 4-Personen-Haushalt acht bis elf Liter Feuchtigkeit täglich. Ohne ausreichende Lüftung kondensiert diese Feuchtigkeit an kalten Flächen, sorgt für ein unangenehmes Raumklima und kann zu Schimmelpilzbildung führen. Um Schäden zu vermeiden sollten Sie regelmäßig und gezielt lüften. Wenn Sie es bequemer - und meist auch energiesparender haben wollen, können Sie dafür auch technische Unterstützung nutzen.

Übrigens: Wände atmen nicht!
Der Feuchtetransport durch die Wand ist - unabhängig davon, ob sie wärmegedämmt sind oder nicht - vernachlässigbar gering. Die freigesetzte Feuchtigkeit kann daher nur durch ausreichende Lüftung abgeführt werden.

Kontrolliert Außenluft einleiten.

Ein modernes  Lüftungssystem hat gleich mehrere Vorteile: Der Luftwechsel wird sichergestellt, während gleichzeitig weniger Lärm von außen in die Wohnung dringt. Dazu wird die Luftfeuchtigkeit gesenkt, was die Bausubstanz schützt und der Schimmelpilzbildung vorbeugt. Auf Wunsch lässt sich sogar ein Pollenfilter einbauen – Allergiker können aufatmen.

Zentrale oder dezentrale Lüftungssysteme

Zentrale Lüftungsysteme eignen sich vor allem für Neubauten, da die benötigten Lüftungsrohre gleich in den Estrich oder Beton eingelassen werden können. In einem Einfamilienhaus liegen die Kosten einer zentralen Abluftanlage bei etwa 25 bis 45 Euro/Quadratmeter Wohnfläche.

Bei Bestandsbauten ist der Einbau von dezentralen Lüftungsanlagen oft wirtschaftlicher. Raumweise wird mittels Kernbohrung die Anlage in die Fassade montiert. So lüften sie allerdings nur jeweils einen Raum. Die Kosten für ein dezentrales Lüftungssystem belaufen sich auf 200 bis 1.000 Euro.

Mit etwas handwerklichem Geschick kann ein dezentrales System auch selbst installiert werden.

Mit Wärmerückgewinnung Energie einsparen.

In der Heizphase bedeutet jede Lüftung Wärmeverlust, weil kalte Frischluft von außen ins Gebäude dringt. Geld lässt sich dann sparen, wenn der Luftwechsel auf das erforderliche Maß eingestellt ist.

Wenn man die Energie der warmen Abluft dazu nutzt, die kühlere Außenluft vorzuwärmen, ergeben sich spürbare Einsparpotenziale. Moderne Systeme mit Wärmerückgewinnung sind in der Lage, der Abluft bis zu 90 Prozent ihrer Wärme zu entziehen und der Frischluft zuzuführen. Im besten Fall kann die komplette Wärmeversorgung des Gebäudes auf diesem Weg gewährleistet werden.

Es gibt auch hier zentrale und dezentrale Systeme mit Wärmerückgewinnung.

Früh planen und sparen.

Sanierer sollten sich bei der Planung am besten frühzeitig über moderne und zuverlässige Lüftungsanlagen informieren. So können die Energiesparpotenziale optimal genutzt und Kosten minimiert werden.

Seit dem 1. Januar 2016 stellt der Bund zusätzliche Fördermittel für den Einbau einer Lüftungsanlage bereit. Informationen zu den Konditionen und zur Beantrgung finden Sie bei der KfW und in der BINE-Fördermitteldatenbank.